
Alo-HA!
"Und wenn ich heute Nacht sterbe..."
Diese Worte singe ich gerne bei Liveauftritten in das Abschiedslied
hinein. Ich bin jetzt 30. Lebensmitte, also zumindest nach meiner
Rechnung. Ein bisschen mehr als die Hälfte meines Lebens schaffe und
spiele ich nun schon Musik in allen möglichen Farben und Formen. Zeit
einmal ein Zwischenfazit zu ziehen. Zwei große Projekte, die viele
Menschenleben beeinflusst haben, kann ich mir zuschreiben: "Voleander" und "jansalleine".
Hunderte Songs habe ich in seit 1993 ausgetragen, geboren, ja geradezu
ausgeschissen. Betrachtet man die Einzelnen, so finden sich dort einige
Sachen, auf die ich nicht sonderlich stolz bin - so manches, für dass
ich mich im Nachhinein gar etwas schäme. Doch, "wenn ich heute Nacht sterbe",
dann kann ich ruhigen Gewissens ins Grab steigen. Erfüllt mit der
Gewissheit, etwas dagelassen zu haben, für das es sich gelohnt hat.
Denn betrachte ich das Ganze aus der Distanz, in seiner Gesamtheit, so
habe ich doch ein wenig das Gefühl, eben der "große Künstler"
zu sein, der ich immer werden wollte. Und beim Durchforsten
allermöglicher Aufnahmen, von denen die meisten hier zum Download
angeboten werden, stellte ich fest: bei all den unterschiedlichen
Geschichten, die meine Stücke erzählen, erzählt meine Musik als Ganzes
doch nur eine einzige: meine. Ich habe mich in unterschiedlichen Formen
der Kunst versucht: Comics zeichnen, Malerei, Schauspiel und als
Schreiberling. Aus Letzterem und zwei, drei, vier Akkorden rekrutierte
sich dann mein Musikerdasein. Die Musik, die ich von allen Künsten,
letztenendes wegen ihrer Direktheit den anderen vorzog. Und dennoch
birgt sie eine Gefahr. Denn heutzutage ist Musik gezwängt in Klischees
- euphemistisch "Stilrichtungen" getauft - kastriert durch "Hörgewohnheiten",
durch standardisierten Sound. Zerrissen und Auseinandergeschnipselt in
3, 4, 5 Minuten lange Häppchen. Wer Musik so hört und wahrnimmt, wird
auch hier vermutlich das ein oder andere Kleinod für sich finden, wer
sich allerdings für die ganze, für die die große Geschichte dahinter,
für die Ganzheit, die ich "meine Kunst"
taufe interessiert, der wird sie entdecken oder zumindest erahnen
können: meine Dimension, meine Welt, den Riss in der Realität, in dem
ich mich einnistete. Und er wird das Normale außergewöhnlich finden. Er
wird das originell oder individuell finden, was doch nur ein verzerrtes
Spiegelbild des Objektiven ist. Und er wird etwas als lebendig und real
empfinden, obwohl es zunächst jeglicher realen Existenz entbehrt: mein
selbst.
Ich wünsche viel Spaß beim stöbern. "Es ist nichts gelogen, doch wie so oft bei der Erinnerung: ein Großteil frei erfunden."
Zeitleiste / Discographie / Biographie / Mp3
2009 - jansalleine -
Demo 2009
Und immer noch sind Joe und ich dabei die nächste Platte fertig
zu
machen. Wahrscheinlich wird es 2010 wieder mal ein "Zwischenwerk"
geben. Ende 2009 fühlte ich das Bedürfnis nochmal ein bisschen was
aktuelles ins Netz zu stellen. Es sind ein paar Coverversionen dabei
und auch wieder ganz alte Stücke. Und natürlich ein bisschen was von
dem, an dem wir gerade noch arbeiten. "Bad
Moon Rising" von CCR,
scheiße was ein geiler Song, was eine geile Band. Meine Version wird
dem eigentlich nicht gerecht. Während meines Abendschulbesuchs sind Che
und ich eine zeitlang jeden Donnerstag in Orjes Kneipe gewesen um uns
zu belohnen, dass wir wieder eine Woche rumbekommen haben ohne
abzubrechen. Der fucking Wuppertaler Bürgermeister hat das Gebäude
räumen lassen, die Kneipe ist weg und jetzt steht dort ein Netto mit
Riesenparkplatz. Zu späterer Stunde lief oft CCR. Und auch im
Wirtschaftswunder, in das mich Manuel irgendwann schleppte (auch eine
der wenigen sehenswerten Kneipen in Wuppertal) laufen sie manchmal zu
später Stunde. Aber wo "Bad Moon
Rising" drauf steht ist Qualität drin:
Der Song von CCR, das Album von Sonic Youth und ein ordentliches
C64-Demo. "Thunder Road" ist
mein Bruce Springsteen Favorite. Zum
ersten mal gehört auf "Melissa
Etheridge unplugged" oder so... Da ist
so viel "Bring mich nach Hause"
drin ... nur muss ich wohl erst 40
werden, damit ich so eine Nummer selbst schreiben kann ... (wobei: wie
alt war ER eigentlich, als er das schrieb?). "Lori Meyers" von NoFx.
"Punk in Drublic" war meine
erste Schallplatte, die ich mir selber
gekauft habe. Die beste Punkband der Welt. Und diese Nummer ist der
beste Beweis, dass sie sogar gute Texte haben. "Mein Glück in Zeilen"
und "Gänsehaut" dokumentieren
Joe und mich bei der Arbeit. Jetzt mit
Western-Akustikbass und jede Menge Percussionspielzeug. "Heimat Hannah"
hingegen ist ganz neu. Eine der ersten Aufnahmen. Und der beste Beweis,
dass man auch ohne Depression noch nachdenkliche, traurige Stücke
schreiben kann. "Insel" und "Sören Lippkau" - zwei Songs, die
mal ein
ordentliches Klanggewand verdient haben, nach so langer Zeit.
Insbesondere "Sören Lippkau"
entfaltet mit Banjo und im 6/8 Takt erst
seine volle Größe, die man vorher nur erahnen konnte. "An die Freude" -
Beethoven meets Bob Dylan und jansalleine bringt den ganzen,
unzensierten Schillertext.
- Insel
- Mein
Glück in Zeilen (Session)
- Bad
Moon Rising
- Gänsehaut
- Heimat
Hannah (Demo)
- Thunder
Road
- Sören
Lippkau
- Lori
Meyers
- An
die Freude
2007 - jansalleine -
EmoCountrySchlagerfolk
Aus ähnlichen
Motiven wie "Sessions 2004 feat. Lena"
entstanden. Ich ging gerade zur Abendschule und hatte in den
Herbstferien nichts zu tun. Diesmal setzte ich mir noch schärfere
Auflagen: Jedes Instrument, außer Gesang sollte nur einmal verwendet
werden. Außerdem wollte ich nochmal eine rohe Soundqualität und nahm
die Gitarren mit einem SM57 statt meinem Akustikmikro auf. Im
Nachhinein eine Entscheidung die ich vermutlich so nicht mehr treffen
würde. Sollte eigentlich ebenfalls wie "SFL" nur eine reine
Webveröffentlichung werden, bzw. da ich 29 wurde, machte ich davon 29
limitierte CDs auf Rohlingen im "Vinylstyle"
im DVD-Case mit einem
kleinen Buch mit sogenannten "Linernotes"
als Booklett. Aufgrund der
hohen Nachfrage hab ich dann doch noch eine "Consumer"-Variante
herausgegeben, die ich bis heute wie blöde verkaufe. Ähnlich wie bei
"SFL" wurde also aus einem "Spaß für Zwischendurch" das
vermutlich
bislang erfolgreichste jansalleine Album überhaupt. Das Gute ist, dass
auch die Solo Live-Buchungen seitdem nicht aufhören. Ich hatte ein
bisschen Sorge, als die Jungs so wenig Zeit hatten, dass es Live nicht
mehr so gut laufen würde, weil wer holt sich schon einen Gitarre und
Mundi spielenden Solokünstler für Geld in die eigene Stadt? Die
Antwort: Viel mehr, als ich dachte. Obwohl ich zunächst eigentlich die
Lieder von den 2005er Demos aufnahm, die wir mit der "Colt Seavers
Connection" nicht aufnehmen wollte (also die B-Ware) ist es imho das
textlich beste jansalleine Album ever. "Warum erwidert das Leben",
"Krank finden", "Ruhe ist die erste Pflicht" waren
alle spontan während
der Aufnahmen entstanden. "Genug der
traurigen Scheiße" lag wieder
lange hier als Text herum. "Bring
mich nach Hause" (meiner Meinung nach
mein bisher bestes Lied) ist kurz zuvor beim Blick über Wuppertal aus
meinem Fenster entstanden. "EmoCountrySchlagerFolk"
hat mit vielem
aufgeräumt. Zunächst natürlich mit der ewig wiederkehrenden Frage: "Was
machst Du so für Musik? Also was für einen Stil?" - seitdem kann
ich
immer antworten: "Also meine letzte
Platte heist EmoCountrySchlagerFolk
- und ich glaube das ist es auch so halbwegs"... Außerdem habe
ich dort
die letzten Songs verbraten, die sich explizit auf reale Personen
bezogen. Und war noch viel schöner ist: wenn ich mich recht entsinnen
kann, habe ich meine letzte Depression, bzw. depressive Phase 2007 ein
halbes Jahr nach Ende meiner Therapie gehabt. "Genug der traurigen
Scheiße" und das Finale von "Krank
finden" sind also wirklich wahr
geworden. "ECSF" läutete also
das Ende einer über ein Jahrzehnt
andauernden Krankheit ein, die man nie sehen konnte und deren Existenz
mir selbst im Nachhinein auch vollkommen unwirklich erscheint und die
ich nur noch erahnen kann, wenn ich die ganze Musik höre, die ich
geschrieben und aufgenommen habe, als ich noch unter ihr litt.
- Hey
Maria
- Dumme
Kommentare
- Warum
erwidert das Leben
- Alle
Poren meiner Seele
- Teil
eines Plans
- Genug
der traurigen Scheiße
- Rom
2.0
- Jenseits
von Moral
- Kein
Wissenschaftler
- Ich
will die Welt nicht retten
- Weil
ich mich Liebe
- Meine
Welt ist aus der Bahn
- Krank
finden
- Weiterleben
- Ruhe
ist die erste Pflicht
- Was
machst Du bloß mit mir
- Bring
mich nach Hause
- Dein Reich (CD-only)
2007 - jansalleine
- bandagent mp3
Ich habe immer nebenher viel aufgenommen, auch in den Zeiten, in
denen
ich wenig veröffentlicht habe. 2007 bekam ich eine Anfrage, ob ich mich
mit einem Exlusivtrack an einem Internetsampler beteiligen möchte. Ich
schickte direkt diese drei Songs ein und ließ den Verantwortlichen die
"Qual der Wahl": Einen Song
indem Jesus vorkommt (was ja gerade in der
linksintellektuellen Deutschindie-Szene nicht gern gesehen ist), ein
Song der eher in die linke Ecke haut (wenn auch schon mit dem "Ich will
die Welt nicht retten" Realismus versehen; trotzdem auch nicht
unbedingt immer gern gesehen, weil man heute ja nicht mehr so
"offensiv" links ist) und eine ziemlich öde Schnulze.
Überraschenderweise entschied man sich für "Dumme Kommentare".
- Dumme
Kommentare (bandagent Version)
- Ich
will die Welt nicht retten (bandagent Version)
- Niemals
weinen (bandagent Version)
2005 - jansalleine -
Demos 2005
Tja eigentlich wollte ich nicht wieder so viel Zeit verstreichen
lassen
bis zum nächsten jansalleine Album. Geplant war, spätestens 2006 ein
weiteres Album auf die Beine zu stellen und diesmal mit den Musikern
der "Colt Seavers Connection".
Nina hatte sich von mir getrennt, ich
begann eine Therapie und lernte wieder jemanden kennen. Der
Liederoutput war ziemlich groß. Außerdem hatte ich nach dem Erfolg der
letzten Platte nicht mehr so Hemmungen ältere Lieder nochmal neu zu
produzieren. Mit diesen Demos hier begann also die 2010 immer noch
nicht beendete Arbeit am zweiten "und
die Colt Seavers Connection"
Album. Es waren ein Haufen neuer Sachen dabei und einige ältere, die
ich auf zwei CDs brannte und ein paar Leuten schickte zusammen mit
einem Fragebogen, welche Lieder ich auf ein Album packen sollte, bzw.
welche Lieder sie gut fanden und welche nicht etc... Leider verlorenen
wir unseren Proberaum und Humpi hatte immer weniger Zeit und auch
Manuel immer weniger. Humpi ist quasi wortlos komplett ausgestiegen und
so arbeiteten vorallem Joe und ich in den letzten Jahren daran, nahmen
wieder und wieder neue Versionen auf, nur um ein paar Wochen später
festzustellen, dass wir es lieber nochmal neu machen wollen. Mit diesem
Demo hier fing das alles an. 29 Stücke in keiner besonderen
Reihenfolge. Einfach alphabetisch sortiert. Das Ganze ist natürlich
extrem Retro. Nur meine Wenigkeit, meine Gitarre und ein Mikrophon. Das
war noch bevor ich mir das Mundi-Set bei Thomann gekauft habe. "Mein
Glück in Zeilen" hat noch keine dritte Strophe und ich war noch
ein
"Mann Mitte 20". Und wenn ich
mir das alles so anhöre, frage ich mich,
warum ich eigentlich den ganzen Aufwand betreibe. Das meiste
funktioniert so minimalistisch eigentlich ganz gut. "Hauptsache Du bist
glücklich" ist im übrigen das obligatorische (mir im Nachinhein
etwas
peinliche) "Beziehung ist vorbei"-Stück
für Nina. Ich glaube Andi hat
es höflicher ausgedrückt, aber er schrieb etwas dazu wie: "So einen
albernen Selbstgeißelungsdreck will doch kein Mensch hören".
Recht hat
er. Ich auch nicht mehr. Aber schließlich war das noch vor der
Therapie.
- Alle
Poren meiner Seele
- Autoaggression
- Der
Regen
- Die
Liebe
- Die
Warnung
- Dumme
Kommentare
- Ein
Gedicht
- Gänsehaut
- Hauptsache
Du bist glücklich
- Ich
brauche Euren Segen nicht
- Ich
muss mit mir weiterleben
- Ich
würde mein Glück gern in Zeilen fassen
- Ja Ja
Ja Ja
- Jenseits
von Moral
- Keine
Welt
- Männer
mögen Frauen mögen Männer
- Mann
Mitte 20 sucht
- Mein
bestes Leben
- Meine
Welt ist aus der Bahn
- Mein
Konzept
- Mein
Leben ist ein schlechter Fick
- Nichts
Neues unter der Sonne
- Teil
eines Plans
- Was
machst Du bloß mit mir
- Was
passiert in meiner Hose
- Wehr
Dich nicht. Das ist Liebe
- Weil
ich mich liebe
- Weisst
Du wieviel Sternlein stehen
- Wir
brauchen nix
2005 -
jansalleine - jansalleine und die Colt Seavers Connection
Zwei
Jahre hat die Arbeit an "und die Colt
Seavers Connection" gedauert. Und
als es dann fertig war, dachte ich recht schnell: Na toll, zwei Jahre
für 12 Songs, gerade mal 40 Minuten und es war voller fröhlicher Lieder
und so fröhlich fühlte ich mich gar nicht. Aber dann begann das
schönste Kapitel meiner Geschichte als jansalleine, welches bis heute
noch andauert: regelmäßige Live-Konzerte im ganzen Bundesgebiet. Auf
dem Album haben so ziemlich alle meine befreundeten Musiker
mitgespielt. Es war dicht und bombastisch und es war klar: ich brauchte
eine Liveband, um das Zeug spielen zu können. Und diese hatte sich 2004
netterweise von ganz alleine rekrutiert. Als Voleander wirklich in den
letzten Zügen lag, sprach mich Humpi mal an, der einige von meinen
Demoversionen dieser Songs auf MyOwnMusic gehört hatte, ob wir nicht
die jansalleine Klamotte als Band machen sollten. Joe war dann auch
ganz schnell als Drummer rekrutiert. Und mein alter Grundschulfreund
Manuel hatte gerade eine Entzündung im rechten Arm und war deswegen aus
einer Metalband ausgestiegen, als ich ihn fragte, ob er nicht dabei
sein wolle. Die Prognose war: mindestens 6-12 Monate kein Gitarre
spielen. Einen Monat später hat er irgendeinen Arzt gefunden, der ihn
doch wieder hingebogen hat und die "Colt
Seavers Connection" war
komplett. Auf den Namen kam Joe irgendwann, weil wir wie die blöden
nach einem Namen suchten, den man an "jansalleine"
dranhängen konnte,
ohne dass es den Sinn vollkommen entstellt. Da "Colt Seavers" mein
imaginärer Freund als Kind war, passte es perfekt. Die Platte bekam
auch dann erst den Namen. Vorher sollte sie "Ein Jahr in Tibet" oder so
heissen. Naja, wie gesagt: im Netz verbreitete sich der Kram von
alleine, wir verkauften dennoch ganz gut. Dann kamen immer öfter
Anfragen von weiter weg und wir hatten von Ende 2004 bis Ende 2006 eine
endgeniale Zeit. Es war immer wie auf Klassenfahrt, wenn wir unterwegs
waren. Die Platte kann ich auch heute noch wärmstens empfehlen. Sie ist
zwar kurz, aber jeden Cent Wert. Als Krisa mit der abgespaceten Version
von "Erinnerst Du Dich an Frühling"
um die Ecke kam mit den ganzen
Keyboards habe ich zwar gedacht: "ob
das nicht zuviel ist?". Aber ich
glaube, der Mut das einfach so zu lassen, war gut. Es ist im übrigen
Henning gewidmet, der sich leider verfrüht verabschiedete.
- Sonne
- Weltbild
- Lach
mich nich aus
- Geliebt
- Tibet
- Du
wirst lachen
- Jeder
Tag, der noch verstreicht
- Ins
Leere
- Erinnerst
Du Dich an Frühling
- 60
Jahre
- Abschiedslied
- Maranatha
2005 - Schere
Stein Papier - Egoshooter
Die Musik, die
ich bei den Jesus Freaks Remscheid im
Gottesdienst gespielt habe, hatte ich Aufnahmetechnisch immer etwas
stiefmütterlich behandelt. Das hatte den Grund, weil mir nicht
besonders viel daran lag, dass sich die Leute die Musik auch zu Hause
anhören konnten. Bzw. bis heute ist mir das eigentlich ziemlich
wurscht. Ich halte nichts von dieser "christlichen
Musikszene" -
insbesondere dann nicht, wenn es um "Anbetungsmusik"
(sprich: Lieder,
die sich direkt an Gott richten) geht. Als meine Ehe in die Brüche ging
hatte ich allerdings jede Menge Energie, von der ich nicht wusste, wie
ich sie loswerden sollte. Und wohin geht ein gläubiger Mensch in der
Stunde der Not? Ja klar : zu seinem Gott. Also schloss ich mich ein
paar Tage zu Hause ein um machte die erste vernünftige Aufnahme meiner
ganzen Lobpreisstücke. Katha, eine Jugendfreundin, zu der ich alle
Jubeljahre mal kurzen aber intensiven Kontakt habe, spielte ein
wundervolles Keyboard. Was mich sehr ehrt ist, dass es sogar Leute gab,
die nichteinmal gemerkt haben, dass das Schlagzeug komplett
programmiert ist. Klar, den Musikern wird man nix vormachen können,
aber es ist ja schonmal cool, wenn "Otto-Normalmensch"
nicht mehr
durchblickt. Es war ein tierischer Spaß. Sämtliche 30-Sekunden Stücke
sind spontan bei den Aufnahmen entstanden. Auch "Ich will an Dir
sterben" ist spontan entstanden. Das war das Stück, in dem ich
nochmal
ganz existentialistisch zurückkehrte zu dem, was eigentlich zählt in
meinem Leben. Eigentlich gar keine leichte Nummer. Ich habe
festgestellt, dass sich viele Christen der existentialistischen Tiefe
gar nicht bewusst sind, die der Glaube mit sich bringt; dass es eben
nicht um "Friede Freude Eierkuchen",
sondern um Tot und Leben und
Ewigkeit geht. Ein Grund mehr, warum ich ablehne mit dem Kram groß auf
Tour zu gehen. Ich will den Leuten gar nicht ihr institutionalisiertes
Glaubensleben nehmen, sie aus ihrer Gewohnheit gar nicht auf den
nackten Boden der bloßen Existenz zurückdrängen. Soll dies das Leben
selbst erledigen.
- Ich
will an Dir sterben
- E.M.O.
- Egoshooter
- Ewiger
Gott
- Derbe
Krass
- Du
siehst nicht nur gut aus
- Sprachlos
- Alleine
bin ich nichts
- Wahre
Liebe
- Alles,
was ich brauche
- Ein
zu Hause
- Den
ganzen Weg
- Danke
für mein Leben
- Lass
mich nich los
2004 -
jansalleine - Sessions 2004 feat. Lena
Als ich
"Sessions 2004 feat. Lena"
aufgenommen habe, arbeitete ich schon ewig
an der "Colt Seavers Connection"
Platte. Ich glaube, Weltbild hatte ich
bereits geschrieben, als ich "Ich
erinnere mich an morgen"
veröffentlichte und ich hab ziemlich viel am Rechner
herumexperimentiert und Kontakt zu Stefan Krisa bekommen, der ja die
"und die Colt Seavers Connection" produzierte. Die Arbeit schien noch
lange nicht zu Ende zu sein, aber es juckte mich in den Fingern neue
Songs zu machen und ins Netz zu stellen. Also schloss ich mich ein paar
Tage bei mir zu Hause ein, durchstöberte alte Textordner nach Texten,
die ich noch nicht vertont hatte und nahm mir vor, quasi zur
Entspannung ein rein akustisches Album aufzunehmen. Ich hatte drei
Gitarren zur Verfügung, eine C-Dur Mundharmonika und einen Regenmacher.
Auf die Benutzung des Klicks habe ich ebenfalls wieder verzichtet.
Eigentlich ging es mir nicht besonders gut zu der Zeit. Meine Ehe ging
den Bach herunter, was ich gekonnt verdrängte. Aber ich hing entweder
viel zu Hause und trank sehr viel oder hing bei Lena rum. Ich trank
dort auch viel, sie kiffte und manchmal kiffte ich auch mit und dann
liefen wir Nachts durch die Gegend und nahmen unsere Gespräche auf
Kassette auf. Davon erzählt "Dieser
Moment". Da ich nur wenig arbeitete
lernte ich in dieser Zeit eine ganz neue Art Leben kennen, die ich
zuvor nicht in der Form kannte: das Nachtleben ohne Reue. Ich konnte
erst Morgens ins Bett gehen und den ganzen Tag schlafen ohne
irgendwelche Pflichten wie Arbeit oder Schule zu versäumen. Das hat
mich vollkommen fasziniert und für sich eingenommen. Ich weiss nicht,
ob das ein Außenstehender auch hört, aber ich wenn ich dieses Album
höre, dann muss ich vorallem an Nächte denken. Es ist überraschend gut
gelungen, wie es ja oft ist, wenn eigentlich "nur mal eben aus Spaß"
was machen will. Bei den neueren Texten wie "Autoaggression" und
"Stille Momente" kam
mittlerweile eine gewisse textliche Tiefe ohne
große Anstrengung. "For U" war
nach langer Zeit wieder komplett
improvisiert. Ich glaube, ich war recht betrunken - wie eigentlich
immer, wenn ich was improvisiert habe. Bzw. vielleicht habe ich
improvisiert, weil ich betrunken war.
- Sie
braucht Wasser
- Erlösung
- Freund
- Kein
Wunder
- Ohne
Ficken
- Stern
- Mein
bestes Leben
- Autoaggression
- Ein
brennendes Herz
- Die
Rippe
- Irgendwie
festhalten
- Dieser
Moment
- Ich
baue eine Haus auf der Strasse zu Dir
- For
U
- Durch
die Tage
- Stille
Momente
- Tausend
Kilometer
- Du
bist
2004 - Voleander -
Man sagt, es sei schön dort
"Totgesagte Leben länger" heisst es
doch so schön. Und den Spruch
versuchten wir dann anfang des 21. Jahrhunderts in die Wirklichkeit
umzusetzen. Ich hatte zu der Zeit schon viel alleine am Rechner
rumexperimentiert und meine ersten Gigs und Veröffentlichungen unter
dem Namen "jansalleine"
gemacht, aber Voleander nie offiziell
aufgelöst. Lexi wurde abgelöst von Joe. Joe war bei weitem nicht so gut
am Schlagzeug, aber er brachte frischen Wind in die Band. Das Problem
bei uns im Kaff war, dass alle Leute immer noch den selben Kram hören
wollten, den wir 1996 bereits gemacht hatten. Ich wollte allerdings
nicht mehr. Also versuchten wir einen neuen Anlauf. Das ganze alte
Programm wurde gestrichen und es kamen endlich neue Songs her, die
allerdings auch stilistisch nicht mehr ganz zu den alten Sachen
passten. "jansalleine" und "Voleander" überlagerten sich immer
mehr.
Meine Texte wurden weniger pubertär - was heisst: mehr auf den Punkt,
irgendwie sogar aggressiver. Weniger Leute konnten damit etwas
anfangen. Pubertäres Rumgeheule weil einen die Liebste verlässt oder
nicht haben will, damit erreicht man viele Leute. Sachen wie "Gerecht"
oder "Eine Welt" will hingegen
kaum einer hören. Aber auch ich selbst
war anders geworden. Ich konnte dieses Rock-Ding einfach nicht mehr
leben. Die frühen Live-Shows von Voleander lebten davon, dass ich total
besoffen, vollkommen abgedreht bin auf der Bühne. Es war immer schon
fragwürdig, inwiefern das überhaupt zur Musik passte. Zu den neuen
Sachen, die wir als Voleander machten passte es definitiv gar nicht
mehr. Ich hatte das Gefühl, alles losgeschrien zu haben, was ich jemals
losschreien wollte und es ging mir mehr und mehr darum Inhalte zu
vermitteln. Etwas, was ich mit jansalleine schon eine ganze Weile tat
und was dort funktionierte. Mit einer Rockband und verzerrten Gitarren
im Rücken kam das scheinbar nicht mehr rüber. Es war zu laut um auf die
Texte zu hören und es rockte zu wenig um tanzbar zu sein. Wer dennoch
zuhörte beschwerte sich über den "erhobenen
Zeigefinger", den man auf
Rockkonzerten nicht gewohnt war und wer abrocken wollte stand
gelangweilt in der Ecke. Wir gaben uns alle Mühe. Nahmen für dieses
Album ein paar Tracks im Studio, einige im Proberaum (mittlerweile
eigenes Studio) auf. Das waren schon die "glorreichen Zeiten". Wir
gingen zu Matthias ins Studio, nahmen auf und ich konnte zu Hause an
meinem Rechner mischen und ggf. noch weitere Spuren einspielen
(Keyboards z.B.). Wir wagten es nicht mehr dieses Album offziell
rauszubringen. Wir schrieben das 21. Jahrhundert und es fühlte sich
alles vollkommen unhomogen an. Stile trafen aufeinander. Das entsprach
einfach nicht mehr den Hörgewohnheiten des Publikums. Auf Konzerten
wurden wir als "Emo" betitelt, ohne zu wissen, was das eigentlich war.
Es ist eigentlich schade, weil ich das Gefühl hatte, dass Voleander
mehr als je zuvor "Voleander"
war, wie ich es im Kopf hatte. "Du
hast
geweint" z.B. ist eine Nummer, die jemand anders erstmal
schreiben
muss. Besetzung war: Joe - Schlagzeug, Humpi - Bass, Tori - Gitarre und
Akustikgitarre, Micha - Gitarre, Jan - Gesang und Akustikgitarre.
Heute, wo ich teilweise mein Geld mit "jansalleine"
verdiene frage ich
mich manchmal, warum man all diesen Aufwand überhaupt betrieben hat.
Wem man eigentlich was beweisen wollte. Wozu all das Proben, vorallem
die Kosten für einen Proberaum, die ganzen Studioaufenthalte, wenn man
zu Hause mit einer ordentlichen Soundkarte und einem kleinen Mischpult
Musik machen kann, die einen nicht in den finanziellen Ruin treibt?
- Die
Türe schlägt zu
- Weltbild
- Ein
Schritt vom Leben entfernt
- Gerecht
- Du
hast geweint
- Polymorphie
- Es
gab ne Zeit
- Eine
Welt
- Ich
will dahin
2003 - turboclash -
Tribute to Analmorchel
Das Internet. Unendliche
Weiten. Oder so ähnlich. Krisa, Gösser und mein Wenigkeit trieben jede
Menge unfug auf der Seite MyOwnMusic. Wir experimentierten mit unseren
Rechnern herum und nahmen allen möglichen Blödsinn auf. Wir machten
alle Naslang neue Accounts auf. Einer von Gössers Accounts war "Analmorchel" und ich erfand "Tina Schmidt aus Wuppertal",
eine/n wahnsinnige/n Analmorchelfan/öse, der/die/das sich auf die
Fahnen geschrieben hatte, seinem Idol musikalisch zu huldigen. Der
Projektname war "turboclash"
und ich will diese sehr kranken Auswüchse meines musikalischen
Schaffens der Nachwelt nicht vorenthalten. Ob all dies ein Zeichen von
latenter Homosexualität war, vermochte mir auch mein Therapeut nie zu
sagen. So ganz Hetero fühle ich mich nach dieser Erfahrung allerdings
selbst nicht mehr.
- Analmorchels
Pullermann
- Dose
- Morchelmania
- Morchel
in Love
- Besame mich,
Analmorchel
2003 - Schere
Stein Papier - Praise II
Was sich bei Voleander und
jansalleine bereits eingeschlichen hatte: mehr zu schreiben als zu
veröffentlichen, ging auch bei meiner Musik für den Gottesdienst
weiter. Der Begriff "Schere Stein
Papier"
war noch nicht geboren, aber ich nahm natürlich auch hier immer fleißig
Stücke auf, die nie so ganz offiziell das Tageslicht erblickten. Diese
Aufnahme entstand nachdem ich einen ganzen Haufen "Tom Waits" gehört
hatte und ich experimentierte selbst mit diesem rohen Gröhlsound rum.
Ich bekam doch mal einen Kommentar zu "I
saw the light", der ungefähr so war: "Das klingt nicht nach einem unterernährten
Deutschen, sondern nach einem fetten Whiskeytrinkenenden Amerikaner."
... Mission erfüllt. "Niemand erfunden"
ist übrigens ein "Ich erinnere mich an morgen" Outtake, was ich für
ungeeignet für ein jansalleine Album befand. Für den Gottesdienst fand
ich es aber auch irgendwie ungeeignet - jedenfalls habe ich es nur
cirka 1-2 mal gespielt.
- Untergehen
- I
saw the light
- Durch
die Nacht
- Oh
Herr Jesus
- Niemand
erfunden
2003 -
jansalleine - Ich erinnere mich an Morgen
Ich erinnere mich an morgen. Aus "Jan's Alleine" wurde "jansalleine"
und die 4-Spur war gestern. Ich hatte mittlweile einen PC und mir
einiges Equipment bei Thomann besorgt. Am PC hatte man die Möglichkeit
so viele Spuren zu benutzen, wie man wollte und durch die Möglichkeit
einen Klick (also ein virtuelles Taktel) zu benutzen hörten sich die
Aufnahmen endlich halbwegs vernünftig an. Mein Taktgefühl war nämlich
nie ein besonders gutes. Ein Grund, warum mich bis heute noch nicht
daran gewagt habe, mich mit Schlaginstrumenten zu beschäftigen.
Programmieren tut's ja notfalls auch. Allerdings zeichnete sich bei der
Live-Umsetzung bereits bei dieser Platte ab, dass das ganz Solo eben
schon anders war, als auf den Aufnahmen. "Auseinandergelebt" war mein erstes
vollkommen frei erfundenes Beziehungsstück, dass sich nicht auf eine "echte Frau"
bezog. Zu diesem Zeitpunkt war ich glücklich verheiratet und es schien
auch nicht so, dass sich das nochmal ändern würde. Auch "Ein Lied"
hat keine konkrete Person als Bezug - und ich habe das Gefühl, das
abstrakte Liebeslieder doch mehr Qualität haben, als konkrete. Immerhin
spiele ich auch das heute noch gerne - im Gegensatz zu "Mit Dir will ich gehen". Bei "Mundi"
taucht zum ersten mal eine Mundharmonika auf. Es war eine C-Dur Mundi,
die ich von Torti geschenkt bekam und ich konnte sie leider sonst kaum
benutzen. Bei "Monster" habe
ich es trotzdem getan, obwohl es in G-Dur ist - das hört man leider
auch. Insgesamt ist es das erste jansalleine Album, an dem ich nichts
großes auszusetzen habe - außer der Unzufriedenheit, die man als
Künstler immer hat, wenn ein Werk fertig ist. Bis auf wenige Ausnahmen
sind die Stücke gut gelungen und ich hatte bereits eine gewisse
textliche Tiefe erlangt, so dass ich vieles davon heute noch Live
spiele. Es endet mit "Beim Barte des
Sören Lippkau". Ich wollte es eigentlich zur Tradition werden
lassen, jedes Album mit einem "Sören
Lippkau" Song aufhören zu lassen. Ist allerdings nichts draus
geworden.
- Noch
ein Glas
- Demokratie
- Die
Tage und Jahre
- Auseinandergelebt
- Remscheids
Rio Reiser
- Ich
erinnere mich an morgen
- Mit
Dir will ich gehen
- Seerose
meines Lebens
- Hier
kommt der Weg
- Okay
- Geht
vorbei
- Mundi
- Über
das Wasser
- Monster
- Lied
des Lebens
- Ein
Lied
- Wirf
Dein Leben nicht weg
- Jeder
nach seiner Art
- Harry
Potter und Gandalf
- Strafkolonie
No.1
- Zu
Schnee
- Beim
Barte des Sören Lippkau
2002 - B.R.O.T. - Demo
Joe, Renato und ich hatten eine ganze zeitlang eine "Lobpreisband".
Wir waren längst nicht so beschissen, wie die einzigen Tonaufnahmen von
uns vermuten lassen. Wir haben einige male in Remscheid im Gottesdienst
und auch einmal auf einem Konzert gespielt. Außerdem waren wir sogar
ein bisschen auf anderen christlichen Events unterwegs. Einige
Erfahrungen, die bei mir dazu geführt haben, dass ich danach definitiv
wusste, warum ich eigentlich mit der christlichen Szene nix zu tun
haben wollte. Die Aufnahmen hier sind wie gesagt eher bescheiden. Joe
experimentierte mit seinem billig Drumpad herum und es klingt total
programmiert, obwohl es richtig eingespielt wurde. Das alles wurde in
meiner Wohnung aufgenommen, kein Verstärker für die Gitarre benutzt,
sondern einfach später der Verzerrer mit dem PC draufgepackt. Und so
klingt es eben leider auch. Ziemlich steril und langweilig.
- Vater
ich komme jetzt zu Dir
- Alle meine
Sorgen
- Derbe Krass
- Ich geb
mich ganz hin
2001 - Gösser, Jan und das
anarchistische Prinzip
Gösser und ich hatten einiges gemeinsam. Wir waren beide noch nicht
lange Christ, wir waren beide immer schon Musiker und wir waren beide
Alkoholiker. Wir haben viel zusammen rumgehangen und gesoffen, aber
natürlich blieb es nicht aus, dass man auch manchesmal zur Gitarre
griff. Irgendwann habe ich dummerweise erwähnt, als er mich nach Tabak
oder nem Bier frug: "Nimm Dir, was Du
brauchst, ich lebe nach dem anarchistischen Prinzip."
Er fand das urkomisch und dann war der Projektname geboren. Wir sind
dann irgendwann zu Henning gegangen und haben die paar Stücke
aufgenommen. Im Grunde war nur "Luschen
schämen sich der Schmerzen" richtiges Teamwork im Songwriting.
Der Rest war eigentlich Lückenfüller. "Du
darfst"
war von mir, der Rest von Gösser. Wir hatten einen legendären Gig mit
Christcore zusammen, bei dem Sören Lippkau einen Stuhl im Übermut auf
grandiose Art und Weise kaputt getreten hat. Irgendwann hat Gösser dann
den Alkohol weggelassen und nochmals ein neues Leben angefangen in dem
ich dann nicht mehr so ganz dabei war. Der Projektname war im übrigen
eine Hommage an "Crosby, Stills and
Nash".
- Luschen
schämen sich der Schmerzen
- Du
darfst
- xxx
- Bleib
wie Du bist
- Herzen
können alles geben
2001 - jansalleine
- Wannhanndret Pörssent Hohmrikordings
Nach
vielen, vielen Jahren, vielem Leben und vielen Aufnahmen dann endlich
die erste offizielle jansalleine Veröffentlichung. Seinerzeit noch "Jan's Alleine"
geschrieben. Ich glaube Storch brannte die CDs für mich und ich schnitt
wieder fleißig kopierte Inlays aus. Später war ich ziemlich unzufrieden
mit der ganzen Qualität der CD. Ich hatte ja noch keinen PC und hab mit
einem Audio-CD-Rekorder mit einem schlechten AD-Wandler die Sachen von
Tape auf CD überspielt. Man musste extrem vorsichtig sein nicht zu
übersteuern, deswegen war das Original extrem leise. Die Version, die
man hier runterladen kann ist später nochmals normalisiert und durch
einen Kompressor gejagt worden. "Ein
Meister der Verdrängung" ist die späte Reue gegenüber Susi und
war dann noch später das erste Stück, dass wir mit der "Colt Seavers Connection"
Live-Besetzung gespielt haben. Die neueren Stücke behandeln meist mein
neu gewonnenes Leben und meine neue Liebe zu Nina. "Ausdruck der Bewunderung"
wird heute noch oft von Fans auf Konzerten gewünscht und mittlerweile
finde ich es auch gar nicht mehr schlimm. Trotzdem frage ich mich,
warum ich immer noch nicht gelernt hatte, dass sich Lieder über Frauen
einfach nicht lohnen, weil sie sich selbst immer irgendwann überleben.
Im Gegensatz zu "Sören Lippkau",
eine Nummer, die ich wahnsinnig gerne spiele, selbst wenn Nina dort
kurz am Rande vorkommt. Bei "Insel"
hört man übrigens an einer Stelle den RB47 am Fenster der Wohnung
vorbeifahren. Nach "100%
Hohmrikordings"
fing ich dann auch an Live zu spielen. Nicht besonders oft, aber
immerhin. Es gab ein ziemlich langes legendäres Konzert im Kultshockk
in Remscheid, bei dem ich in Schlafanzug auf einer Bühne, die wie ein
Wohnzimmer eingerichtet war aufgetreten bin.
- Weil
Gott mich heute mag
- Von
A nach B
- Es
ist nicht mal wichtig
- Tagebucheintrag
- X
- Ein
intelligentes Lebewesen
- Insel
- Zahme
Vögel
- Ein
Meister der Verdrängung
- Die
schönste Dummheit
- Die
Vergangenheit
- Ein
Leben lang
- Nur
der Eine bleibt
- Ich
geb nich auf
- Alleine
bin ich nichts
- Ein
Ausdruck der Bewunderung
- Niemals
weinen
- Erwachen
- Das
Himmelreich
- Sören
Lippkau
2001 - Voleander -
Keine Angst
1999
fingen wir an mit Rudi aus Hamburg zusammenzuarbeiten. Durch seine Frau
Jane, die einen Sommer in der Remscheider Akademie einen
Gesangsworkshop gab, waren wir an den Kontakt geraten. Ein Problem war,
dass es bei Voleander ein bisschen Zwischenmenschlich kriselte. Obwohl
es uns schon so lange gab, wollten wir immer noch "unseren Sound"
finden. Unter Rudis Fittichen wurden also nochmals sehr alte Kamellen
neu produziert. Den Bass spielte ein Studiobassist ein. Und irgendwie
klang das Ergebnis noch mehr nach Pop als alles zuvor. Für "Deine Einsamkeit"
fuhren wir sogar ohne Drummer im Gepäck nochmal rauf. Als wir
zurückkamen waren wir alle etwas enttäuscht und wollten unbedingt noch
einmal zeigen, wie wir unseren Sound empfunden haben. Also sind wir
nochmals zum Henning, der gerade von A-Dats auf eine alte
Analogbandmaschine umgestiegen war und haben nochmal unser bestes
gegeben. Insgesamt hat es zwei Jahre gedauert Stücke, die gefühlsmäßig
schon uralt waren nochmal fertig zu produzieren. "Heimweh", "Wir zwei und Du allein" und "Nüchtern", die allesamt von Rudi
produziert wurden waren sogar ziemlich gut (wenn es auch schade war,
dass "Heimweh" von ihm
abgeschnitten wurde). "Sag Hallo zu
mir" und "Deine Einsamkeit",
die nicht ohne Grund die letzten Plätze auf diesem Album bekamen waren
allerdings extrem weit entfernt von dem Sound, den wir im "echten Leben"
hatten. Das Gute an der Geschichte war, dass die restlichen Stücke, die
wir wie gesagt selbst in Remscheid beim Henning produzierten so gut
wurden, wie nichts zuvor. Aber während dieser Zeit, die verstrichen
war, hatten wir uns irgendwie selbst überholt. Vorallem mir wurde es zu
langweilig auf ewig diese alten Stücke zu zocken. Wir machten noch
einen Haufen Konzerte und dann ließen wir das Voleander-Ding ganz still
und heimlich einschlafen. Mit 1000 gepressten CDs von denen wir nur
eine handvoll verkauften. Gespielt haben: Lexi - Schlagzeug, Humpi -
Bass und Gesang, Torti - Gitarre, Micha - Gitarre, Jan - Gesang und
Keyboards, Jane - Gesang, Stefan Gösser - Gitarre, Folke Jensen - Samle
Programmierung, Ed Harris - Bass.
- Distanz
- Warum
so wie Du
- Heimweh
- Erlösende
Momente
- Bin
ich ganz alleine
- Keine
Angst
- Wir
Zwei und Du allein
- Ich
trau mich nich
- Nüchtern
- Liebe
auf den ersten Blick
- Sag
Hallo zu mir
- Deine
Einsamkeit
2000 - jansalleine
- mehr von 2000
Einige meiner ersten Aufnahmen
als frisch gebackener Christ. Für manche dieser Stücke schäme ich mich
ähnlich wie bei der ersten Kassette von 1994. "Ich bin ihm begegnet"
ist eigentlich im Nachhinein betrachtet das Stück, bei dem es mir recht
gut gelungen ist, einzufangen, was mir damals passiert ist und wie es
kam, dass ich mich aufeinmal Gott zuwandte. Im Grunde schon eine
falsche Formulierung: Gott wandte sich mir zu - und nur aus diesem
Grund, aus diesem abgedrehten Erlebnis kam ich überhaupt auf die Idee,
dass dies wirklich was mit Jesus zu tun hat. Mittlerweile hatte ich die
4-Spur Maschine Henning abgekauft und bei mir zu Hause. Ich nahm zwar
wieder mit meinen billig Mikros auf, aber die erste Wohnung war weiter
Weg vom Studio und überhaupt brach der Kontakt etwas ab. Oftmals
benutzte ich die 4-Spur trotzdem nur wie einen normalen
Kassettenrekorder. "Da wo der Regen
fällt"
ist die einzige Nummer bei der ich mal versucht habe mit mehreren
Overdubs zu experimentieren. D.h. ich habe zwei Spuren eingespielt, auf
die dritte abgemischt und konnte dann wieder drei statt nur zwei Spuren
nutzen usw... "Mit Dir will ich gehen"
und "Ewig unbekannt"
sind einige der ersten Stücke für meine spätere Frau (noch später dann
Exfrau) Nina. Da ich zu der Zeit ja keine Auftritte hatte habe ich auch
noch nicht getrennt zwischen Lobpreismusik für den Gottesdienst und
meinen Stücken für normale Konzerte. Deswegen findet sich hier auch die
erste Aufnahme von "Sprachlos".
- Das
Schicksal
- Die
le(e/h)re des Lebens
- Ziemlich
angepisst
- Mit
Dir will ich gehen
- Sowas
ist scheiße
- Sprachlos
- Ich
bin ihm begegnet
- Noch
ein Glas
- Ewig
unbekannt
- Remscheids
Rio Reiser
- Viel
kleiner
- Wirf
Dein Leben nicht weg
- Ein
Haus auf der Strasse
- Da,
wo der Regen fällt
2000 -
jansalleine - Kasi 2000 (Für Tage im Herbst 2)
Weil ich "Für Tage im Herbst"
für viel zu kurz für einen Albumrelease fand, habe ich noch einen
Haufen weitere Stücke beim Henning auf 4-Spur aufgenommen. Auch von
diesen Aufnahmen sind einige Stücke später auf "100% Hohmrikordings"
gelandet. Im Grunde waren es kaum neue Stücke, sondern der Versuch alte
Stücke endlich mal vernünftig aufzunehmen. Mit Melel zusammen habe ich
einen Abend aus Spaß an der Freude nochmal den Bonustrack von "Deine Einsamkeit" eingesungen.
Außerdem singt sie auch auf "Zahme
Vögel". "Niemand weint"
ist ein starkes Dokument meiner doch sehr atheistischen und
materialistischen Ansichten, die ich damals hatte. Die Stücke ab "Nicht reif genug"
stammen von einer anderen Aufnahme, von der ich gar nicht mehr genau
weiss, wann ich die gemacht habe. Ich glaube aber, dass ich "Nicht reif genug"
geschrieben habe, nachdem ich meine Begegnung mit Gott hatte. Es war
meine Absage an die großartige Susi, die mir in den schlimmsten Jahren
meines Lebens eine gute und liebe Gefährtin war. Sie hat immer zu mir
gehalten, mir immer wieder vergeben, mir wieder und wieder aufs Neue
vertraut und geglaubt. Ich habe sie belogen und betrogen und sie blieb
immer treu und war und ist ein wunderbarer Mensch. Ich Vollidiot habe
sie dann am Ende auch noch als Dank abserviert. Ich habe in meinem
Leben vielen Menschen weg getan, mir haben viele Menschen weh getan und
bei den meisten dieser Verletzungen schätze ich, dass sie auf eine Art
unvermeidbar waren und ich mich deswegen nicht schäme oder keine Reue
empfinde. Bei Susi ist das anders. Ich schäme mich bis heute und je
älter ich werde, eigentlich immer mehr dafür, was ich für ein Arschloch
gewesen bin und wie sehr und tief ich sie verletzt habe. Viel später
haben wir sogar wieder Frieden geschlossen und sie hat mir aufs Neue
all den Kram vergeben. Unser Weg hat uns auseinandergeführt und ich
glaube, wir wären auch nicht zusammen alt geworden, wenn ich nicht ganz
sooo extrem Arschlochmäßig drauf gewesen wäre. Dennoch schlage ich sie
für den Titel "Bester Mensch der Welt"
vor. Kaum jemand, den ich kenne ist so durch und durch authentisch und
radikal darin, seinen eigenen Weg zu gehen, wie sie. Und all das ohne
zu Lügen und zu Betrügen und ohne jeglichen zwischenmenschlichen Fehl.
Im meiner Musik kommt sie seltsamerweise kaum vor, bzw. erst in Form
meiner Reue und Scham.
- Keine
Ahnung
- Seelenfrieden
- Fremde
Wesen
- Nich
abhängig
- Besessen
von Dir
- Zahme
Vögel
- Niemand
weint
- Ein
Leben lang
- So
sind wir keine, sondern doch
- Ich
geb nich auf
- Alle,
die mich kennen
- Ich
sitze und ich warte auf den Sommer
- Bonustrack
(von Deine Einsamkeit)
- ...
- Nicht
reif genug
- Dein
Schweigen
- Gut-gemeint
- Hast
Du mich gern
1999 - Voleander
- Proberaumaufnahme (Tascam)
Ein recht Interessante Aufnahme
aus dem Jahr 1999. Hier finden sich gleich Stücke, die nie ihren Weg zu
einer Liveperformance gefunden haben. Gespielt haben, soweit ich mich
erinnere an dem Tag Lexi, Torti und der Ari aus Neuseeland war am Bass.
Zu der Zeit war Humpi aus der Band ausgestiegen, Lexi gerade wieder
zurückgekommen und was mit Micha war: keine Ahnung. Vielleicht hatte
der einfach keine Zeit an dem Tag. Der Gesang ist nicht besonders dolle
gelungen, insbesondere bei "Des
Schönen blind" (welches für meine Stimmlage ohnehin etwas zu
hoch war). Das Problem war, dass ich mich selber nicht hören konnte,
damit nicht der Gesang über die anderen Mikros auch noch mitaufgenommen
wird. Wir haben Mikros im Raum verteilt und das Gesangsmikro direkt in
die 4-Spur gepackt.
- Des
Lebens müde
- Wollt
ihr den totalen Frieden
- Keine
Angst
- Des
Schönen blind
1999 -
jansalleine - Samstag und ein Leben
1999 hatte ich die Idee eine
Art jansalleine-Konzeptalbum aufzunehmen. Zu der Zeit hatte ich
seltsame Visionen und Träumen, die mir das Ende meines Leides zu
prophezeien schienen. Ich verspürte immer wieder das Verlangen mein
Leben auf irgendeine Weise aufräumen zu wollen. Ich wollte auf diesem
Konzeptalbum meinen Frieden mit der Welt machen. Und irgendwie hatte
ich die irrige Idee, mich nach Fertigstellung des Albums per Freitod
aus diesem Leben zu verabschieden. Es sollte quasi so eine Art Nachlass
werden. Und ich wollte allerdings nicht mit irgendwelchen traurigen und
depressiven Stücken abdanken, sondern mit hoffnungsvollen Worten auf
den Lippen. Im Nachinhein schätze ich, es war eine Zeit, in der Gott
mich auf meine Begegnung mit ihm vorbereitete. Ich war innerlich
ziemlich zerissen. Zum einen hatte ich extreme atheistische Ansichten,
auf der anderen Seite rückte der Gedanke an einen Gott und einen Sinn
im Leben immer näher. Weiter als diese 4 Stücke bin ich mit dem
Schreiben des Albums allerdings nie gekommen. Ich hatte die Sachen
wieder beim Henning auf der 4-Spur Tascam aufgenommen. Diesmal
allerdings habe ich versucht alles "so gut wie möglich zu machen". Von "Liebe Eltern"
ist mir leider die Originalaufnahme aus der Zeit abhanden gekommen. Der
Vollständigkeit halber hatte ich es irgendwann viel später nochmal in
der hier vertretenen Version aufgenommen.
- Samstag
und ein Leben
- Was
haben meine Sinne
- Alle
Mädchen
- Liebe
Eltern
1998 -
jansalleine - Für Tage im Herbst
Durch
unsere Voleander-Aufnahmen 1998 bei Henning im Studio entstand eine
gute Freundschaft zwischen uns beiden. Er gab mir die Möglichkeit unten
in seinem Studio an einem Vierspurrekorder aufzunehmen, während er
meistens oben Vinylrestaurationsjobs machte. Es machte tierisch Spaß
endlich mehrere Spuren nutzen zu können und sich ein bisschen
auszutoben. Ausserdem war der Sound von einem vernünftigen Studiomikro
einfach der Wahnsinn. Ich war vollkommen aus dem Häuschen, wie geil
eigentlich meine Gitarre klang. Eigentlich war geplant aus "Für Tage im Herbst" die erste
offizielle "jansalleine"
Veröffentlichung zu machen. Allerdings war natürlich keine Kohle da und
selber brennen war auch nicht drin, weil ich selbst keinen Brenner
besass. Überhaupt kamen mir 12 Stücke etwas wenig vor. Ich war gewohnt
immer ganze 90 Minuten Tapes füllen zu müssen. Außerdem hatte ich bei
einigen Stücken das Gefühl, dass es gar keine richtigen Lieder waren,
sondern mehr so Experimente. Einige Lieder dieser Aufnahmen sind dann
später noch auf die "100%
Hohmrikordings"
gekommen. Allerdings in absichtlich verschlechteter Soundqualität, weil
ich den Unterschied zwischen den Aufnahmen im Studio und denen, die ich
zu Hause machte geringer machen wollte. Blöd war damals auch, dass ich
ständig Lieder für meine Freundinnen oder Wannabe-Freundinnen schrieb,
an denen ich oft die Lust verlor, wenn die nächste Beziehung oder das
nächste Verliebtsein begann. Ich könnte mich heute noch dafür schlagen,
eines meiner schönsten Pickings für "Vielleicht
kennt sie die Antwort"
verschwendet zu haben. Interessant ist auch, dass das vermeintliche
Cover den Versuch unternimmt, meine Musik zu kategorisieren: "Untergrund-Musik" heisst es da ---
und vermutlich ist es das bis heute.
- Vier
Tage
- Besessen
bist Du
- So
leer wie die Dose vor mir
- Es
ist nicht mal wichtig
- Du
singst "Nur für mich"
- Vielleicht
kennt sie die Antwort
- Jede
Bindung ist zum Brechen da
- Improvisation
- X
- Die
Herbstzeitlosen
- Ein
großer Fehler
- Schöpfer
1998 - Voleander
- Nichts stoppt die Zeit
1998 gingen wir zum zweiten mal
ins Studio. Diesmal beim Henning in Remscheid. Wir haben etwas
unzufrieden mit den 1997er Aufnahmen, weil sie uns zu soft und poppig
klangen. Außerdem machte uns Henning ein super Angebot für wenig Geld.
Er hatte einen Wohnwagen auf seinem Grundstück als "Ruhezone"
und wir werden wohl alle nie den Abend vergessen, an dem wir Torti zum
ersten vollkommen besoffen in dem Ding abscheißen sehen haben. Was beim
Henning anders war als beim Kai war, dass er auf alle unsere Wünsche
eingegangen ist. Im Nachhinein nicht unbedingt das beste für uns. Lexi
war ziemlich versessen auf seine Bassdrum zu der Zeit und das Ding ist
einfach tierisch laut auf allen Stücken und der Gesang ist leider
stellenweise echt leise. Trotzdem klang das Ergebnis viel mehr nach
dem, wie wir es haben wollten. Ein bisschen roher und ungeschliffener.
Auch auf dieser Aufnahme fanden sich Stücke, die mittlerweile schon
seit Jahren im Repertoire waren. Wir wollten damals einfach das alles
mal "richtig aufnehmen". Wie
schon erwähnt war zwischen Konzerten, Saufen und Schule auch immer
wenig Zeit um neue Stücke auszuarbeiten. Geschrieben habe ich schon in
dieser Zeit, nur blieb das dann meist bei Akustikaufnahmen von mir -
aus denen später mal "jansalleine"
werden sollte. "Heimweh"
war einer der Burner der Platte. Damit haben wir den Nerv von
unzähligen mit uns pubertierenden Jugendlichen getroffen, die sich
ständig die blöden Sprüche von ihren Eltern anhören mussten. Anfang
1998 war ich sogar mal mit einem Mädchen zusammen dessen Mutter mich
mal zum Gespräch gebeten hat, weil sie fand, ich würde die Jugendlichen
durch das was ich singe verderben. Ich weiss bis heute nicht, was so
dramatisch daran ist, auszusprechen was viele denken bzw. empfinden.
Ich denke, würde man die Voleander von damals nochmal auf die Jugend
von heute loslassen wären die Reaktionen ähnlich. Mein persönlicher
Liebling der Platte ist "Ich möchte
den Mond scheinen sehen".
Ich habe das geschrieben zu einer Zeit, als ich regelmäßig unter
depressiven Phasen litt - was man in der Pubertät meist ja noch unter "ferner Liefen" abhandelt --- ich
bin allerdings gerade mal 2-3 Jahre komplett frei von Depressionen. Die
Zeilen "Alkohol heilt alle Wunden.
Dope hilt gegen Einsamkeit. Doch nichts von all dem, hilft uns
wirklich, denn nichts stoppt die Zeit."
waren ja auch titelgebend für das Album. Micha hat sich den Spruch
sogar auf die Gitarre geklebt. Wir haben da an einer Stelle ganz dreist
die Gitarrenmelodie von "Today"
von den Smashing Pumpkins eingebaut. Und ja, so war vermutlich
Aufwachsen in den 90ern für die Außenseiter. Depression, Smashing
Pumpkins, Dope und Alk. Mit dem Gute-Nacht Track dieses Albums waren
wir/ war ich ganz auf der Höhe der Zeit. Es gab eine Gitarrenspur und
zwei verschiedenen Texte, die man je nach Laune per Balanceregler an
der Anlage auswählen konnte: einen positiven und einen negativen.
Besetzung war: Lexi - Schlagzeug, Humpi - Bass und Gesang, Torti -
Gitarre, Micha - Gitarre, Anja - Gesang, Jan - Gesang, Akustikgitarre.
- Sag
Hallo zu mir
- Deutschlands
Kinder
- Distanz
- Ich
bin nicht desillusioniert
- Heimweh
- Cindy
Crawford
- Raumflug
- Zu
dritt bei hellem Tageslicht
- Ich
kann nicht ohne Dich sein
- Fast
alles
- Bin
ich ganz alleine
- Ich
möchte den Mond scheinen sehen
- Es
wird Nacht in Deiner Stadt / Liebe Welt
- XXX
- Ameisen
1998 - jansalleine -
Kasi 1998 - Proberaum Melel Kasi
Ich war eigentlich nur kurz mit
meiner dritten Freundin zusammen. Dennoch war ich vollkommen fertig,
als sie mit mir Schluß machte. Nach ein paar durchzechten Nächten nahm
ich im Proberaum von Voleander eine Kassette auf, auf welcher ich
meinen Frust verarbeitete. Größtenteils hab ich mir selber einen
vorgelabert. Ein paar nette Aufnahmen von Liedern sind allerdings auch
dazwischen. Der Text von "Kein Ende"
ist vom Melel - meinem damaligen Kummeranlaß - selbst. "Wenn das Sonnenlicht"
war glaube ich gar nicht für sie geschrieben, sondern schon älter. Mir
war an meiner Akustikgitarre eine Seite gerissen und ich spielte zum
ersten mal E-Gitarre auf einer Soloaufnahme. Auf der Kassette findet
sich die einzige Aufnahme von "Freiheit",
einem Stück, dass ich zu der Zeit gerne bei Trinkgelagen gespielt habe.
Auch wenn ich immer noch keine echten Auftritte hatte, so war meine
Gitarre immer dabei und ich hab überall, wo ich mit Leuten rumhing und
getrunken habe meine Liedchen geträllert. Der Gedanke von Anarchie und
dem "Tu was Dir gefällt" hatte
es mir extrem angetan. Eine Hoffnung und ein Glaube, den ich später
leider verloren habe, aufgrund der Erkenntnis, dass Menschen von Grund
auf schlecht sind. Auch "Stürme"
habe ich mir zur eigenen Ermutigung gesungen. Eines der Stücke, in dem
ich mir selbst etwas erzähle, was ich erst viel später verinnerlicht
habe.
- Wieder
schlafen
- Kein
Ende
- Wenn
das Sonnenlicht
- Freiheit
- Stürme
1998 -
jansalleine - Kasi Songs von 1997 / 1998
Hier hört man schon ein
bisschen, dass sich mein Gitarrenspiel und mein Gesang (vermutlich auch
wegen nahem Ende des Stimmbruchs) sozusagen normalisiert haben. Zu der
Zeit spielte ich jeden Freitag Abend in der Bahnhofskneipe in
Remscheid. Der Wirt und seine Familie liebten mich. Die Arbeiter und
Rentner empfanden es eher manchmal als störend. Sie wollte lieber ihre "Heile Welt" Schlager hören. "Spiel doch mal was schönes", hieß
es ständig, "das echte traurige Leben
habe ich jeden Tag. Das will ich nicht noch Abends in der Kneipe haben".
Ich bekam immer viel Freibier und selbstgebrannten Ouzo. Ein
Kunstinteressiertes älteres Päarchen kam jeden Freitag um mich zu hören
und es waren manchmal so einige dort, die nur wegen mir in die Kneipe
kamen und mich außer mit Applaus auch mit Münzen und Scheinen in den
Gitarrenkoffer entlohnten. Das Geld habe ich meist in eben jener Kneipe
an den anderen Tagen, wenn ich kein Freibier bekam versoffen. "Lobet Gott"
war einer meiner Protestsongs gegen die Jesus Freaks, die ich 1998
kennenlernte. Die bestanden damals hauptsächlich aus Kids, die aus
einer freien evangelischen Gemeinde kamen und ganz schön spießig waren.
Heute würden wahrscheinlich die meisten Jesus Freaks den Song lauthals
mitgröhlen, auch wenn die Stelle mit den "süßen Sünden"
vermutlich immer noch provozierenden Charakter hat. Insgesamt ist diese
Kassette kaum noch naiv. Es zieht sich bereits ein bitterer Ernst durch
viele Stücke. Ich hatte zu der Zeit meine dritte, vierte Freundin und
die Unschuld (nicht nur in sexueller Hinsicht) längst verloren. Ich hab
hauptsächlich gesoffen und das Gymnasium geschmissen und wusste nicht
so recht, was mal aus mir werden sollte. Bzw. stellte mich langsam
darauf ein, eben doch nicht als "großer
Künstler",
sondern als Sozialhilfeempfänger zu enden. Ich hatte immer heftigere
depressive Phasen und mehr und mehr das Gefühl, dass bald "mein Ende" kommen würde. Ein paar
Lichtblicke gibt es dennoch: z.B. "18",
"Tu was Dir gefällt"
die Zeigen, dass ich trotz teils heftiger Depressionen immer eine Art
positive Grundeinstellung zum Leben hatte. Damals begriff ich noch
nicht, dass dies eigentlich mehr "Ich"
war und das andere, die Depression kein Teil von mir, sondern ein
fremder Krankheitserreger von Außen zu dessen Bekämpfung und
Eliminierung ich mich erst viele, viele Jahre später habe aufraffen
können.
- Mein
Kopf ist ein Verlies
- Was
ist mein Ziel
- Wo
ist die Zeit
- Der
Tag
- Das
erste Mädchen
- Ich
bin so verloren
- Wechselspiel
der Farben
- Nicht
in Deine Welt
- Alte
Welt
- Lobet
Gott
- Zu
Schnee
- Und
wenn Du meine Flügel brauchst
- 18
- Vielleicht
kennt sie die Antwort
- Mond
- Liebeslied
- Grundlos
- Tu
was Dir gefällt
- Kopfweh
- Aufessen
1997 - Voleander
- Deine Einsamkeit (E.P.)
1997 leisteten wir uns, nach
zahllosen Proberaumaufnahmen, den ersten Besuch in einem "echten Tonstudio"
beim Kai in Radevormwald. Da wurde damals noch mit einem Pentium 1
gearbeitet, der gar nicht alle Spuren hätte packen können. D.h. Drums
und Bass wurden vorher auf A-Dat eingespielt und dann schonmal
vorgemischt, Gitarren, Gesänge und Spielchen kamen später hinzu. Die
Kohle für den Studiobesuch hatten wir bei irgendeinem Wettbewerb
gewonnen, mussten allerdings trotzdem noch ein paar Scheine selbst
drauflegen, weil wir wenigstens eine ganze EP machen wollten. Wenn ich
mich recht erinnere, waren wir damals die erste Band aus der Gegend die
auf CD-R veröffentlichte. Micha war so ein Computerfreak und hatte
einen Brenner, der mit 2x Geschwindigkeit brennen konnte (oder war es
gar "schon" 4x?!?). Auf
jedenfall brannte er wie ein Blöder und die anderen Schnitten Cover aus
SW-Kopien aus und es wurde ein Label auf die CDs geklebt. Absolut
modern damals. Ich glaube wir haben den Kram bei einem Konzert im
Jugendzentrum Lüttringhausen Klausen released und an einem Abend den
ersten Schwung von 30 CDs innerhalb kürzester Zeit verkloppt. Ja, 30
hört sich wenig an, aber wir haben mit viel weniger gerechnet -
außerdem war es echte Knochenarbeit die Dinger zusammenzubasteln. Neue
Tracks im Vergleich zu "Unreif"
waren lediglich "Deine Einsamkeit",
"Wenn es regnet"
und ein kurzer Bonustrack, den ich schnell zusammenzimmerte. Überhaupt
wurde es zu der Zeit immer schwieriger neue Songs im Proberaum zu
machen, weil wir bei jeder Probe immer mehr Gäste hatten und es
jedesmal in einer Art Konzert geendet ist. Wir mussten anfangen "heimliche Proben"
zu veranstalten, wenn wir wirklich mal in Ruhe an neuem Material
arbeiten wollten. Aber das kam selten vor. Und überhaupt war es toll,
sich jeden Samstag im Keller der AWO mit einem Haufen Fans volllaufen
zu lassen und sich dabei zu fühlen, als wäre man DER Rockstar
überhaupt. Da ich damals total drauf stand, wenn alles "authentisch" war, erfand ich sogar
(nicht nur) für die "Öffentlichkeit"
die "Ihr erster Flug"-Geschichte. Ich hab das echt ein paar Jahre
durchgehalten allen zu erzählen, das wäre wirklich passiert und ich
würde eine *ichweißnichtmehrwieichsienannte* aus Wuppertal oder
Solingen zu kennen, die sich selbst das Licht ausgeknipst hatte. Im
Nachhinein weiss ich nicht mehr, was ich bekloppter finden soll: dass
ich auf diese bescheuerte Idee kam oder dass mir Kumpels, mit denen ich
quasi "immer" zusammen war
diese Story wirklich geglaubt haben. Ich meine: wie hätte ich irgendein
Leben haben können, bei dem sie nicht dabei waren. Sie waren mein
Leben. Immerhin brachte uns der Song irgendwann auf die Titelseiten der
Lokalblätter weil bei einem Schülerrockfestival (ich weiß nicht mehr
welches Jahr) in Wuppertal ein paar Typen versucht haben ein Mädel zu
vergewaltigen während wir auf der Bühne gerade diesen Song, in dem es
eben auch um sexuellen Mißbrauch ging, gespielt haben. Danach fühlte
ich mich richtig schlecht, weil ich das alles erfunden hatte.
Netterweise lernte ich irgendwann später in einem ganz anderen Kontext
das Mädchen kennen und erfuhr, dass da wohl auch viel aufgebauscht
wurde... So wie "Sag Hallo zu mir"
der Song mit dem (fast) alle Voleander Konzerte anfingen wurde der
Bonustrack von "Deine Einsamkeit"
zu unserem typischen Gute-Nacht Lied. Bis heute spiele ich es immer
noch gerne zu später Stunde und erhöhtem Alkoholpegel, wenn ich mal
wieder mal einen jansalleine Gig habe, der richtig gelungen war und der
scheinbar nicht enden will. Nach dieser Nummer habe ich immer noch das
gute Gefühl, völlig berechtigt zu sein, die Bühne zu verlassen, weil
einfach alles gesagt wurde. Besetzung war: Lexi - Schlagzeug, Humpi -
Bass und Gesang, Torti - Gitarre, Micha - Gitarre, Anja - Gesang, Jan -
Gesang, Akustikgitarre.
- Deine
Einsamkeit
- Erlösende
Momente liegen hinterm Horizont
- Innen
Drin war ich immer ein kleines Kind
- Sesam,
öffne Dich
- Ihr
erster Flug
- Wenn
es regnet
- Bonustrack
/ Ich komme nach Hause
1996 - Voleander -
unreif Kassette
Wie schon erwähnt trat Micha
unserer kleinen Kapelle bei. Und weil ich schrecklich verknallt in Anja
war, musste ich sie, auch wenn sie mich nicht wollte, unbedingt für den
ein oder anderen Track als Sängerin anheuern. Unreif war der erste
Tonträger den wir zum Verkauf angeboten haben. Ich glaube ein 90
Minuten Tape für 5 Mark war damals der Deal. Jörn Burfeind hatte uns im
Proberaum von Equus mit einem 4-Spur Rekorder aufgenommen. Die Qualität
der Aufnahmen war damals der Oberhammer. Leider besitze ich die
Originale nicht mehr - habe aber dank dem Herrn Kahlke (Danke, Danke!)
2009 noch eine ziemlich runtergehörte und ausgeleierte Kopie davon
auftreiben können. Damals bedeutete ja jedes Überspielen
Qualitätsverlust. Vom 4-Spur zum Kasi und dann von den "Master Kasis" in meiner Schneider
Anlage per "High Speed Dubbing"
auf unzählige Kassetten. Besetzung zu der Zeit: Lexi - Schlagzeug,
Humpi - Bass und Gesang, Torti - Gitarre, Micha - Gitarre, Anja -
Gesang, Jan - Gesang. Torti find langsam an seinen eigenen Gitarrenstil
herauszubilden. Wunderschön zu hören auf "Das Fenster in den Wolken".
Klar, er hat viel Smashing Pumkings gehört in dieser Zeit. Auch wenn es
viele nicht wahrgenommen haben, das Stück war eigentlich exemplarisch
für diese Zeit. Ich habe viel Counting Crows gehört damals und wollte
eigentlich die Band aufblähen auf 10-20 Leute oder so. "Alles, was ich habe ist meine Familie -
und die steht mit mir auf dieser Bühne"
war ein Wahlspruch von mir. Wobei auch die Leute vor der Bühne mehr und
mehr zu Familie wurden. Obwohl wir im Grunde keine Punkband waren,
fanden sich immer mehr Punks, bzw. Hippiepunks (bei den "echten"
Lederjacken-Punkern waren wir immer verschrien) auf unseren Konzerten
zusammen. Und in der Gegend fühlten wir uns irgendwie als die Stimme
einer ganzen Generation, was sich auch in dem Stück "Die verlorenen Träume einer Generation"
niederschlug, bzw. im Grunde war der Titel von einem Zeitungsartikel
über uns geklaut. 90 Minuten vollzukriegen war nicht leicht. Ich "pfuschte",
in dem ich die belanglosesten Soundchecks mit überspielte und einige
Tracks von einer Weihnachtslieder-LP meiner Eltern. Letztere habe ich
hier aus Copyrightgründen, Erstere, um nicht zu langweilen ausgelassen.
- Sag
Hallo zu mir
- Warum
bin ich gefangen
- Ich
kann nicht ohne Dich sein
- Ihr
erster Flug
- Erlösende
Momente liegen hinterm Horizont
- Ich
bin nicht desillusioniert
- Bin
ich ganz alleine
- Liebe
auf den ersten Blick
- Alle
Musiker sind Schweine
- Ich
denke oft an Dich zurück und wo Du lagst
- Das
Fenster in den Wolken
- Deutschlands
Kinder
- Zu
dritt bei hellem Tageslicht
- Niemals
- Innen
drin war ich immer ein kleines Kind
- Die
verlorenen Träume einer Generation
- Erlösende
Momente liegen hinterm Horizont V2
- Sesam
öffne Dich
- Die
verlorenen Träume einer Generation V2
- Bin
ich ganz alleine V2
1996 -
jansalleine - Kasi Lieder 1995 / 1996
Mit zarten 15/16 Jahren.
Beflügelt von der ersten Liebe. Beflügelt von den eigenen Gefühlen und
den scheinbar achso "Weisen"
Einsichten, die man bereits gewonnen hatte. Es ist unglaublich wie
altklug ich bereits in meiner Pubertät drauf war. Kein Wunder also,
dass aus mir mal so ein sturer, alter Sack werden musste. "Nach der verlorenen Zeit" klingt im
Nachhinein ziemlich süß: "Manchmal
frag' ich mich mit meinen 16 Jahren, ob es das alles schon war."
Den Titel habe ich natürlich von der Tocotronic EP. Aber auch die
ersten Ansätze von konstruierten Geschichten finden sich auf dieser
Kassette: "Sie betrat das dunkle
Zimmer", "Der leere Christ"
und "Der Bürgermeister und seine Frau".
Außerdem dabei: die älteste Aufnahme, das "Original" sozusagen des späteren
Voleander-Überhits "Sag Hallo zu mir".
Das Thema und teile der Melodie geklaut von "Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht
bereit" - später dann musikalisch mit Voleander mehr in Richtung
"Manchmal ist ein Tag ein ganzes Leben"
von Nena. Das war die erste Kassette, die ich guten Freunden und
vorallem einem Haufen Mädels kopierte. Es waren im Grunde alles Stücke,
die ich für unpassend für Voleander hielt, bzw. ich schrieb einfach zu
viele Lieder als das die anderen Jungs hätten hinterkommen können mir
der Ausarbeitung im Proberaum. Konzerte habe ich mit dem Zeug nie
gegeben. Es war für mich selbst zu Hause. Der Name "jansalleine"
soweit ich weiss noch nicht geboren und ich wäre auch nie auf die Idee
gekommen, dass mein Akustikgeschrebbel irgendwann meine musikalische
Hauptaktivität werden sollte.
- Es
gibt die perfekte Welt
- Ich
lebe noch
- Noch
eins für Inga
- Lass
die Sonne rein
- Das
ist Dein Leben
- Ich
weiss, dass Du mich liebst
- Morgen
geh ich auf die Strasse
- Einmal
in 100 Jahren
- Nach
der verlorenen Zeit
- Sag
Hallo zu mir
- Du
gehst mir nicht aus dem Kopf
- Zum
sterben bereit
- Sag
mir warum
- Weisst
Du was das heisst
- Habt
ihr noch Platz für meinen Traum
- Hab
keine Angst vorm Sterben im Dunkeln
- Niemals
so allein
- Sie
betrat das dunkle Zimmer
- Ich
wollte wie Orpheus singen
- Die
Maschinerie
- Intentions
for the next Life
- Der
leere Christ
- Der
Bürgermeister und seine Frau
1996 -
Voleander - altes Demo Kasi 1996
1996 war das Jahr in dem
eigentlich alles irgendwie losging, auch wenn es Voleander schon lange
gab. Ich hab viel Tocotronic und die "Posen"
von den Sternen gehört und immer mehr wurde meine Musik von diesen
Sachen beeinflusst. Michael, ein Kumpel aus der Schule, der später
zweiter Gitarrist wurde, gründete einen Fanclub... man wollte eben
unbedingt so sein wie die "Großen".
Wir hatten eine Menge "erfolgreicher"
Gigs in unserem Kaff und fühlten uns wie die Könige. Dieses Demo ist
tatsächlich größtenteils im Proberaum mit einem Kassettenrekorder
(falls noch jemand weiss, was das ist) aufgenommen. Lediglich die
Coverversionen stammen von einem Live-Mitschnitt aus der Kraftstation
Remscheid. Besetzung zu der Zeit: Lexi - Schlagzeug, Humpi - Bass,
Torti - Gitarre, Jan - Gitarre, Gesang. Was ich mir quasi selber vorweg
genommen habe war die just-4-fun Umsetzung von "Im Nebel"
von Hermann Hesse, von dem ich viele Jahre später tatsächlich mal
(fast) alle Bücher durchgelesen habe. Damals ist das nur so bei einer
Session im Proberaum mit Torti entstanden, was wir auch nie Live
gespielt haben und auch sonst nie wieder nach dieser Aufnahme. "Niemals"
war so eine Anti-Hymne auf die aufkommende Gangsterrap-Bewegung in den
90ern, die sich in alternativen Kreisen ziemlicher Beliebtheit
erfreute. Schließlich hatte man in den 90ern ständig Streß auf der
Strasse mit irgendwelchen Pseudogangstern...
- Warum
bin ich gefangen
- Zu
dritt bei hellem Tageslicht
- Niemals
- Ich
denke oft an Dich zurück und wo Du lagst
- Du
weisst doch ganz genau was ich sagen würde, wenn's mir irgendwann nicht
mehr so gut geht
- Ich
mag Dich einfach nicht mehr so
- Im
Nebel
- Die
Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit
- Was
hat Dich bloß so ruiniert
1995 -
jansalleine - Sylvester 1995 / 1996
Sylvester 95/96. Ich trank
insgesamt zwei Flachen Bier und war schon nach der ersten total
besoffen. Bzw. bildete mir einfach auch ein, schrecklich besoffen zu
sein. Die Stücke waren wiedereinmal komplett improvisiert. Deswegen
auch die vielen Wiederholungen und das ewige "ohoho" Gelalle. Dennoch ein
interessantes Tondokument. Den Teil wo ich wie blöde dann zu R.E.M. "It's the end of the world" mit mir
selber das neue Jahr feiere, will ich allerdings der Öffentlichkeit
ersparen.
- Ein
beschissenes neues Jahr
- Bier-trinken
- Überall
seh' ich Dein Gesicht
- Ich
wünsch Euch alles Gute
- Der Jahreswechsel
1995 - Voleander -
Als die Jugend sprechen lernte
Humpi war gerade als Bassist
dazu gekommen. Ich übernahm die zweite Gitarre und Jörn Burfeind hatte
einen Narren an uns gefressen und wollte uns gerne mal halbwegs richtig
aufnehmen. Jörn, Humpi und ich sangen derzeit aus Spaß an der Freude im
Gospelchor von Manuels Vater in der Adolf-Clarenbach Kirchengemeinde am
Reinshagen. Jörn setzte sich dafür ein, einen Tag lang im Gemeindehaus
mit dem dort vorhandenen Equipment aufnehmen zu können.
Mehrspur-Aufnahmen waren natürlich nicht möglich, dafür gab es halbwegs
ordentliche Mikros und ein gutes Mischpult. Als Tonträger diente ein
SVHS-Band. Unser Programm bestand schon zu großen Teilen aus Songs, die
wir für viele Jahre mit uns herumschleppen sollten. Dennoch gibt es
hier einige Stücke, die später - zumindest aufgenommen - nicht mehr
auftauchten. Weil ich irgendwann mal Nachts im WDR-Rockpalast von Sonic
Youth gesehen hatte, animierte ich Torti dazu, manchmal einfach nur
vollkommen abzudrehen auf der Gitarre, wie z.B. bei "Deine Augen". Da Lexi und auch
Torti immer mehr auf so klassische Rockmusik standen, kamen auch so
Dinge zu Stande wie "Ich kreise durch
den Raum". Mich hingegen hatte gerade die Tocotronic-Manie
gepackt und stand auf so Sachen wie "Ich
möchte einmal Pommesbudenbesitzer sein" und "Innen drin war ich immer ein kleines Kind",
wobei ersteres thematisch ungewollt wohl mehr an Truckstop erinnert.
Der Höhepunkt dieser Aufnahmen ist allerdings "Nothing's Lost"
- eine Nummer, die wir eigentlich so zur Entspannung gespielt haben und
die ich gesanglich etwas verulkte. In dem Raum, in dem wir Aufnahmen
hing ein Poster mit dem Text von "Spuren
im Sand"
an der Wand, den ich spontan in das Lied einbaute. Ich hatte zuvor im
Sommer 1995 so eine Art Gotteserfahrung gemacht, konnte damals aber
noch nicht viel damit anfangen. Dennoch haben sich die Eindrücke, die
ich bekam in so manchem Song niedergeschlagen. Immerhin lehnte ich nach
dieser Erfahrung erstmal alles metaphysische nicht in dem Maße ab, wie
ich es teilweise später tat. Und ich bin selbst etwas überrascht Zeilen
wie "Do you know why you're here? He
gave this life to you to make your way to heaven."
vom meinem jüngeren Alter-Ego zu hören. Was mich fast noch mehr
verwundert als die Vorahnungen bezüglich Gottes Existenz, ist
allerdings die frühe Antwort auf die Depressionen, die ich bekommen
sollte: "Let the change begin. Go in
the center of pain"... Gute Worte in schlechtem Englisch.
- Was
hat Dich bloß so ruiniert
- Deine
Augen
- Bin
ich ganz alleine
- Deutschlands
Kinder
- Du
weisst doch ganz genau, was ich sagen würde wenn's mir irgendwann nicht
mehr so gut geht
- Niemals
- Ich
denke oft an Dich zurück und wo Du lagst
- Ich
kreise durch den Raum
- Sag
Hallo zu mir (v1)
- Warum
bin ich gefangen
- Ich
möchte einmal Pommesbudenbesitzer sein
- Ihr
erster Flug
- Alle
Musiker sind Schweine
- Sonnenuntergang
- Raumflug
- Zu
dritt bei hellem Tageslicht
- Nothing's
Lost
- Tear
of Happiness
- Innen
drin war ich immer ein kleines Kind
- Sag
Hallo zu mir
1995 -
Voleander - Proberaum Aufnahme
In klassischer 3-Mann Besetzung
(oder sollte ich besser 3-Jungen Besetzung sagen?) präsentiert sich
dieses Tondokument. Lexi war gerade als Drummer angeheuert und ich
zwang Torti quasi dazu auch mal ein bisschen zu singen. Hier finden
sich ganz viele Stücke, die nie den Weg in die Öffentlichkeit gefunden
haben. Ich war jung und wollte provozieren und die "Freiheit der Kunst" bis aufs
Äußerste Testen. "Soldaten ist Mörder"
ist eine Nummer, die Torti und Lexi wegen dem Inhalt dann Live doch
nicht spielen wollten. Hier ist sie dann auch, die obligatorische
Version von "Knocking on Heavens Door",
die in keiner Bandbiografie fehlen darf. Ein sehr überraschendes Cover:
"Search for the Hero". Viel
Tocotronic Einfluss zu hören auf "Wiedermal
kein Apfelsaft im Haus" und "Jesus,
ich wünschte Du wärest nie geboren". "Der letzte Augenblick" haut schon
beinahe in die Gothic Ecke, "König
der Gezeiten" quasi Schlager und "Hanging on a cord"
hat so seine ganz eigene Geschichte. Es geht um ein junges Mädchen, das
seine schwangere Mutter mit einem Messer aufschlitzt und den
ungeborenen Fötus verspeist, die Mutter dann an einer Wäscheleine
aufhängt und ein Bad in dem heruntertropfenden Blut nimmt. Hört sich
ekelhaft und pervers an? Meine Güte, ich war eben mitten in der
Pubertät. Mein damaliger Englischlehrer hat mir den Text im Unterricht
weggenommen und das gab ein Gespräch mit Mutti am nächsten
Elternsprechtag. Ich glaube, er hätte mich am liebsten direkt
mindestens in die Klapse gesperrt für den Text (wegen dem "unterschwelligen Hass gegen die Eltern"
wie er sagte). Aber wie gesagt: ich war pubertär, inspiriert vom Cover
einer Ausgabe der Schwermetall, die ich als Comic-Fan sammelte, gerade
weil sie eigentlich erst ab 18 war. Für mich war das einfach nur eine
Phantasiewelt. Ich schwöre, ich hatte nie vor, meinen Eltern ernsthaft
etwas anzutun.
- Knocking
on Heavens Door
- Yearn
for a better Life
- Raumflug
- Loony
Toons
- Soldaten
sind Mörder
- Innen
drin war ich immer ein kleines Kind
- Jesus,
ich wünscht Du wärest nie geboren
- Search
for the Hero
- Zu
dritt bei hellem Tageslicht
- Der
letzte Augenblick
- Der
König der Gezeiten
- Wiedermal
kein Apfelsaft im Haus
- Tear
of Happiness
- Wide
open Sky
- Mother
- Hanging
on a Cord
- So
afraid (unvollständig - Kassete zu Ende)
1994 -
jansalleine - erste Kassette 1994
"Ich bereue nichts."
Das sagt sich immer so leicht. Heisst allerdings nicht, dass einen
nicht bei so manchen Dingen, die man in der Vergangenheit getan hat ein
leichtes Schamgefühl überkommt, wenn man daran zurückdenkt. In meinem
Fall sind viele solche Dinge in Form von Tondokumenten archiviert. Ich
habe etwas überlegt, ob ich Stücke von dieser Kassette auf die Homepage
packen soll, dachte dann allerdings: ach, was solls. Schließlich ist
das Zeug auf der einen Seite eben Teil von mir, genauso, wie ich heute
eben ein ganz anderer Mensch ist, als ich es als junger Heranwachsender
war. Die meisten Stücke waren komplett mit Hilfe des "Akkordschnuffi"
aus einem Gitarrenbuch meines Vaters improvisiert. Texte hatte ich
glaube ich nur zwei. Den Rest einfach so vor mich hingesungen. Die
geniale Coverversion vom GZSZ-Song muss auf jedenfall für die Nachwelt
erhalten werden. Meine Schwester spielt die Flöte. Alles in allem ist
die ganze Kasi ein ziemlich krankes Machwerk - meine ersten Gehversuche
in der deutschen Sprache. "Befreie uns"
ist eine spontane 1-zu-1 Übersetzung eines englischen Textes von mir
selbst. "Nocheinmal erschaffen"
ebenfalls eine Spontanübersetzung von "Made
Again" von Marrillion. Interessant auch die - ich nenne sie mal "politischen Ansichten". "Ich bin Scheiße, weil ich Helmut Kohl
heiße."
Dafür könnte ich mich selber knutschen. Ich will noch hinzufügen, dass
ich, auch wenn die Liedtitel anderes vermuten lassen, zu dem Zeitpunkt
weder geraucht, getrunken noch gekifft habe. Das kam alles erst
später...
- 1969 Sommer der Liebe
- Ich will sterben
- Du musst sehen
- Ich
bin Scheiße
- Schlechte
Zeiten (GZSZ-Song)
- Einsame Seele
- Geisel
- Frühling
- Allein und glücklich
- Hey Vogel flieg
- Kassette umdrehen
- Hey kleiner flieg
- All
diese Farben
- Befreie
uns
- Nocheinmal
erschaffen
- Blues
Man
- Wundergeil allein
- Ich
bin Soldat
- Die Ballade der Mordenden
- Love, Peace, Happiness & Dope
- Ich fliege
- Lieb' mich
- Scheiße -> Prollo Lied
- Die Kassette ist vorbei
1993 - Voleander -
The Voleander - allererste Kassette
Anfang 1993 hatte ich im Auto
auf der Rückfahrt vom Hamburger
Comicsalon eine Vision. Ich solle ein Instrument lernen, eine Band
namens "Voleander" gründen und
mit dieser würde ich reich und berühmt
werden. Da ich mich bis dahin nur mit Comics beschäftigt hatte und von
Musik überhaupt keine Ahnung, außer der Musik die aus meinem C64 kam,
fing ich an Keyboardunterricht zu nehmen. Am 23.Oktober - dem
Geburtstag meiner Schwester, bat ich meinen Cousin Torsten seine
Gitarre mitzubringen (er spielte seit seiner Kindheit klassische
Gitarre) und wir gründeten an diesem Tag die Band "Voleander". Wir
hatten exakt Null Ahnung, wie man eigentlich Musik macht - wir taten es
einfach. Das Ergebnis war recht amüsant.